Themen

Keine Gebühren für die Hochschulzugangsprüfungen!

Hochschulen

Keine Gebühren für die Hochschulzugangsprüfungen!

Der Fachbereich Bildung, Wissenschaft Forschung von ver.di Hamburg kritisiert das Vorhaben des Hamburger Senats, im Hochschulgesetz eine Möglichkeit für die Hochschulen einzuführen, Gebühren für spezielle Auswahlverfahren und Aufnahmeprüfungen zu erheben. Beim Zugang zur Hochschule darf es keine zusätzlichen finanziellen Hürden geben. Solche Gebühren verschärfen die soziale Selektion der Studierenden.

Spezifische Auswahlkriterien und Aufnahmeprüfungen sind ohnehin kritisch zu sehen, da sie das Abitur als Allgemeine Hochschulreife abwerten und einen Markt für Vorbereitungskurse fördern, die sich wiederum nicht alle Studieninteressierten leisten können.

Auch für die Hochschulen sind spezifische Auswahlverfahren mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Wenn die Hochschulen die Kosten dafür auf die Studierenden abwälzen können, kann die Hemmschwelle sinken, solche Verfahren einzuführen. In Ausnahmen wie künstlerischen Fächern mögen Aufnahmeprüfungen gerechtfertigt sein – aber dann darf es auch nur um die künstlerische Eignung gehen und nicht um die finanziellen Möglichkeiten der Bewerber*innen.

Die Senatsdrucksache erwähnt explizit die medizinischen Fächer, für die es als Ersatz für den früheren zentralen Mediziner-Test entsprechende Prüfungen direkt an den Hochschulen gibt, durch die Studierende eine fehlende Bestnote im Abitur ausgleichen können. Nicht ausgeschlossen ist aber auch die Eingangsprüfung für den besonderen Hochschulzugang für Berufstätige. Für diese erhebt beispielsweise die Universität Hamburg bereits jetzt Gebühren in Höhe von 205 € - als einzigem Zulassungsverfahren bisher. Gerade für Menschen ohne Abitur ist der Weg an die Hochschulen jedoch ohnehin steiniger als für andere, so dass zusätzliche Hürden hier im besonderen Maße abzulehnen sind.

Zudem ist möglich, dass Gebühren bereits für Aufnahmeprüfungen fällig werden, auch wenn ein*e Bewerber*in am Ende keinen Studienplatz erhält. Menschen mit geringeren finanziellen Ressourcen kann das davon abschrecken, sich überhaupt für einen Studienplatz zu bewerben.

Der Senat bezeichnet die Gesetzesänderung als „redaktionelle“ Anpassung. Auch wenn bisher Gebühren für „spezielle Leistungen“ bei der Zulassung nicht explizit ausgeschlossen sind, macht es doch qualitativ einen deutlichen Unterschied, wenn die Möglichkeit im Gesetz ausdrücklich genannt wird.

Bemerkenswert ist auch das Vorgehen des Senats, der Änderung den sperrigen Titel „Gesetz zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften zu Studieneignungstests und deren Finanzierung“ zu geben und sie in einer umfangreichen Drucksache (22/1502) gemeinsam mit Nachträgen zum Haushalt wegen der Anmietung von Flächen für die Universität unterzubringen. Das erweckt den Anschein, dass hier Aufmerksamkeit und unbequeme Diskussionen vermieden werden sollen.

ver.di fordert Senat und Bürgerschaft auf, von dieser Gesetzesänderung Abstand zu nehmen.