Bildung, Wissenschaft und Forschung Hamburg

Offener Brief Kulturbetriebe an Hamburger Politik

Tarifrunde öffentlicher Dienst

Offener Brief Kulturbetriebe an Hamburger Politik

Und hier der Offene Brief von ver.di Landesfachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung im Wortlaut:

An
Erster Bürgermeister Hr. Dr. Peter Tschentscher
Kultursenator Hr. Dr. Carsten Brosda
Finanzsenator Hr. Dr. Andreas Dressel
Kultur- und finanzpolitische Sprecher/innen Bürgerschaftsfraktionen
Mitglieder des Kultur- und Haushaltsausschuss Hamburger Bürgerschaft

Offener Brief

Tarifrunde Öffentlicher Dienst / Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg AVH 2018;
Refinanzierung von Tarifsteigerungen

 

Sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Dr. Tschentscher,
sehr geehrter Herren Senatoren Dr. Brosda und Dr. Dressel,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

derzeit verhandelt unsere Gewerkschaft ver.di im Öffentlichen Dienst Bund/Kommunen - AVH auch über Tarifsteigerungen für uns Beschäftigte in städtischen Kulturbetrieben.

Wir möchten Sie im Vorfeld der Haushaltsaufstellung und –beratung für den nächsten Doppelhaushalt der Freien und Hansestadt Hamburg dringend bitten, die Kosten der Tarifsteigerungen in voller Höhe durch Zuwendungen der Kulturbehörde zu decken.

Im aktuellen Koalitionsvertrag der SPD und Bündnis 90/Die Grünen wird ausdrücklich hervorgehoben, dass die Finanzierung der kulturellen Institutionen auch künftig angemessen ausgestattet, die kulturelle Bedeutung Hamburgs international gestärkt sowie die Sanierung der Infrastruktur in den kulturellen Einrichtungen einen wichtigen kulturpolitischen Schwerpunkt der Koalition bilden soll.

Das seit Jahren praktizierte Verfahren, Zuwendungen für Personalkosten lediglich in Höhe von 1,5 % bzw. Zuwendungen für Betriebskosten gesamt um 0,88 % anzuheben, hat entgegen diesen politischen Zielsetzungen jedoch zu massiven Verwerfungen in der künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit unserer Einrichtungen geführt. Der fehlende Ausgleich der Tarifsteigerungen trägt massiv zu weiterer Arbeitsverdichtung, Nichtwiederbesetzung von Stellen, Stundenkürzungen oder Befristungen bei.

Wir hoffen, weiterhin so motiviert und in hoher Qualität für die Kultur in unserer Stadt arbeiten zu können und möchten durch diese Sparpolitik nicht gegen die Kultur ausgespielt werden.

Wir und sehr viele Kolleginnen und Kollegen haben dafür auch mit Blick auf die aktuell sehr gute Haushaltslage der Freien und Hansestadt kein Verständnis. Gerne sprechen wir mit Ihnen persönlich, um die Auswirkungen der bisherigen Haushaltspolitik an dieser Stelle mit Ihnen zu erläutern.

Mit freundlichem Gruß

Unterzeichner/innen:

  • Bettina Vehrs
    Betriebsrat Thalia Theater
  • Detlef Brütt
    Betriebsrat Deutsches Schauspielhaus
  • Detlev Tiemann
    Betriebsrat Hamburgische Staatsoper
  • Robert Gebhardt
    Betriebsrat Elbphilharmonie Laeiszhalle
  • Rüdiger Gebert
    Betriebsrat Kampnagel Internationale Kulturfabrik
  • Jörg Günter
    Personalrat Stiftung Hamburger Kunsthalle
  • Gudrun Buck
    Personalrat Stiftung Historische Museen Hamburg
  • Katrin Runge
    Betriebsrat Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen
  • Wiebke Hattendorf
    Personalrat Museum für Völkerkunde
  • Agnes Schreieder
    ver.di Fachbereich Medien und Kultur Hamburg
  • Angelika Gericke
    ver.di Fachbereichsleiterin Bildung, Wissenschaft und Forschung Hamburg

Hamburg, April 2018